Hilfreiche Technik im Alter

von Bernhard Peitz

Einfache technische Geräte, aber auch Wearables (Hörgeräte, intelligente Brillen, …), Computer, Kommunikationsnetze und das Smart Home können helfen, dass ältere Menschen länger in ihrer bekannten Umgebung leben können und ohne fremde Hilfe auskommen. 

Situation

Mit zunehmendem Alter stellen sich bei den meisten Menschen Probleme ein, welche die Mobilität, Kommunikation, Gesundheit und Sicherheit beeinträchtigen können. Einfache technische Geräte, aber auch Wearables (Hörgeräte, intelligente Brillen, …), Computer, Kommunikationsnetze und das Smart Home können helfen, dass ältere Menschen länger in ihrer bekannten Umgebung leben können und später auf fremde Hilfe angewiesen sind.
In diesem Artikel betrachten wir die Probleme, die in den einzelnen Bereichen auftreten können und welche technischen Lösungen es dazu zur Zeit gibt. Diese Lösungen sind der Regel Produkte, die auch im Internet angeboten und unter dem entsprechenden Stichwort recherchiert werden können..

Persönliche Einstellung und Nutzungsverhalten

Um solche technischen Hilfen sinnvoll einsetzen zu können sind zwei Dinge wichtig:. 
Erstens der Wunsch, ich will die Technik einsetzen. Es macht keinen Sinn einem Menschen, eine entsprechende technische Hilfe aufzudrängen, wenn er selbst nicht davon überzeugt ist. 
Zweitens, es macht auch keinen Sinn einem Menschen eine technische Hilfe zu übergeben, wenn er sie, aus welchen Gründen auch immer, nicht bedienen kann. 
Menschen, die sich rechtzeitig und regelmäßig mit aktueller Technik beschäftigen tun sich hier natürlich leichter, als solche die erst dann versuchen sich damit zu beschäftigen, wenn der „Notfall“ eingetreten ist.

Mobilität

Mobilitätsprobleme stellen sich in vielfältiger Art dar. Auto fahren oder Fahrrad fahren geht plötzlich nicht mehr. Man ist auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Ein Smartphone mit entsprechender App ermöglicht es, Verbindungen, Abfahrzeiten und Verspätungen zeitnahe zu prüfen. In sehr vielen Fällen ist es auch möglich die Fahrkarten online zu buchen und auf dem Smartphone vorzuhalten. Wenn der „aktive Fußgänger“ auch nicht mehr geht, ist man auf den Rollator oder Rollstuhl angewiesen. Die meisten Städte haben eine Internetseite unter dem Titel „Barrierefreiheit“. Hier kann man über das Smartphone nachsehen, welche öffentlichen Stellen, wie zum Beispiel Behörden, Bahnsteige, Bushaltestellen und Gaststätten mit dem Rollator oder Rollstuhl erreichbar sind. Für einige Städte gibt es auch eine Navi-App, die einen Rollstuhlfahrer so durch die Stadt führt, dass er nicht plötzlich vor einem unüberwindbaren Hindernis steht. Spezielle Smartphone-Halter für den Rollator oder Rollstuhl erleichtern die Benutzung des Smartphone.

Kommunikation

Kommunikation ist einer der wichtigsten Hebel gegen die Vereinsamung im Alter.
Telefon, Bildtelefon, Mail und SMS helfen Kontakte zu halten, zur Familie, zu Freunden und örtlichen Sozialdiensten. Ein rechtzeitig begonnenes und gepflegtes Netzwerk wie VILE oder Seniorentreff erweitern den Bekanntenkreis, decken Interessen ab und funktioniert auch noch, wenn die Hände und Füße einmal versagen.

Wer sich rechtzeitig mit der Nutzung eines Laptops, Tablet oder Smartphone vertraut macht kann diese oft bis ins hohe Alter nutzen. Spezielle, funktionsreduzierte Benutzeroberflächen erleichtern die Bedienung. Die Spracheingabe hilft, wenn die Hände nicht mehr so richtig können. Die Lupenfunktionen und Vorlesefunktionen helfen bei Sehproblemen. Blinde können auf die Braille-Funktionen zurückgreifen.
Wenn ein Computer nicht mehr sinnvoll genutzt werden kann bleibt noch das Senioren-Telefon. Mit großen Tasten, Spracheingabe, Fotos als Kurzwahlnummer und die Notruffunktion.

Gesundheit

Für die körperliche, geistige, intellektuelle und seelische Gesundheit gibt es technische Hilfen. Moderne Hörgeräte erlauben ungestörtes Telefonieren, intelligente Brillen haben eine Vorlesefunktion. Fittnes-Apps animieren zu körperlichen Betätigung. Zusatzadapter für das Smartphone messen Blutdruck, Puls oder Blutzucker und senden die Daten auf Wunsch direkt zum behandelnden Arzt. Geeignete Apps erinnern regelmäßig an die Medikamenteneinnahme oder an Arztbesuche. Im hohen Alter geht das Gefühl für die Raumtemperatur verloren. Automatisierte Klimaanlagen verhindern die Überhitzung und Unterkühlung. 
Für die geistige Gesundheit gibt es Gedächtnistrainings in Form von Geschicklichkeit-, Rate- und Gesellschaftsspielen. Letztere können nicht nur gegen den PC, sondern über das Internet auch mit externen Partnern gespielt werden. 
Intellektuelle Bedürfnisse können über die Online-Ausleihe von Lese- und Hörbüchern, oder über die Teilnahme an online Kunstführungen verschiedener Museen befriedigt werden. Die online Vorträge des Vereins VILE gehören ebenso dazu.

Sicherheit

Hier geht es um die häusliche und persönliche Sicherheit. 
Eine der größten Gefahrenquellen in der häuslichen Sicherheit ist der Herd. Ein Sensor an der Dunstabzugshaube überwacht das Kochfeld und schaltet bei Überhitzung den Herd ab. Weitere Gefahrenquellen sind Öfen und Heizgeräte. Sensoren für Rauchgas und CO schlagen rechtzeitig Alarm. Ein Wasserwächter meldet sich, wenn im Bad der Boden schwimmt. Wenn ein Hausnotruf installiert ist, können diese Geräte auch den Notdienstleister alarmieren. In einen Senioren-Haushalt gehören grundsätzlich keine losen Teppiche, frei verlegte Kabel oder andere Stolperfallen. Es sollte aber eine automatische Nachtbeleuchtung vorhanden sein, die den Weg zur Toilette und über die Treppe weist. Alleinstehende Personen sollten einen Hausnotruf haben. Kosten ca. 30,- €/Monat. Es nutzt aber nichts, wenn diese passiven Armbänder oder Amulette nicht ständig am Körper getragen werden. Hier helfen zum Beispiel eine aktive Armbanduhr oder Systeme welche die Bewegungen in der Wohnung registrieren und bei Bedarf den Hausnotruf aktivieren.

Smart Home oder Active Assisted Living (AAL)

Was vor ein paar Jahren noch unbezahlbar war wird heute in jedem Baumarkt angeboten – das kluge Heim. Alle technischen Einrichtungen eines Hauses, auch die im Kapitel Sicherheit genannten Einrichtungen können miteinander vernetz und über ein Programm oder eine Fernsteuerung per Smartphone bedient werden. Daraus ergibt sich für Menschen mit einer körperlichen Einschränkung ein enormes Hilfepotential. Dabei muss man aber genau hinsehen – Was ist wirkliche Hilfe und was ist Schnick-Schnack. Außerdem muss man auch bei der Sicherheit gegen Hacker genau hinsehen. Viele dieser Baumarktsysteme sind nicht ausreichend geschützt. Ohne die qualifizierte Beratung eines spezialisierten Elektro-Fachbetriebes ist die Auswahl, Installation und der Betrieb immer noch ein Abenteuer. 

Hinweise

Teaser-Fotoquelle: https://www.pexeles.com

Interessante Links:
Die intelligente Uhr: http://www.vivago-de.com 
Vernetzte Sensoren: https://www.didactum-security.com/blog/vernetzte-sensoren.html
Sicheres AAL-System: https://cibek.de/ 

Zu diesem Thema gibt es auch ein Video von mir (ca. 50 Min.). Aus rechtlichen Gründen kann ich es nicht in öffentliche Netze stellen. Private Nutzer erhalten von mir einen Zugang zu meiner Dropbox. Jeder Download-Nutzer erhält aus Sicherheitsgründen eine eigene Download-Kennung. Falls Sie interessiert sind, fordern Sie die Adresse per Mail bei mir an, bpeitz1@web.de